Vortrag Schulsozialarbeit Wohlen

 

Mit Rat und Tat bei Problemen in Schule und Familie

Der Verein Schule und Elternhaus Wohlen, der Elternrat Bez. und die Schulsozialarbeit Wohlen organisierten einen Informationsabend über Schulsozialarbeit und ein Referat zum Thema Mobbing.

Probleme in der Klasse? Schlechte Noten? Mobbing? – Seit einem Jahr steht in Wohlen ein Schulsozialarbeitsteam als Ansprechpartner zur Verfügung. Das Wort „Schulsozialarbeit“ klingt zwar nicht sehr ansprechend - eher nach einer Mischung von Blabla und Wollsocken - dahinter stehen aber vier kompetente Fachpersonen, die mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn es in der Schule oder in der Familie nicht so rund läuft. Die Anlaufstelle ist denn auch bereits bestens mit Arbeit eingedeckt. Ob Zickenkrieg oder Missbrauch: die Palette an Beratungsthemen ist breit und wird rege genutzt. Das Angebot richtet sich gleichermassen an Schüler und Schülerinnen, Lehrpersonen und Eltern. Das Team der Schulsozialarbeit berät nicht ausschliesslich in schulischen Angelegenheiten, sondern hat auch für Probleme in der Familie ein offenes Ohr. Um den Kontakt zu erleichtern, wurde in jedem Schulzentrum ein Büro eingerichtet.

Wie praxisnah und erfahren das Team ist, zeigt sich am Beispiel von Oguz Sagra (zuständig für die Schulzentren Junkholz und Bünzmatt). Sagra – selber ehemaliger Realschüler – kennt die Probleme von Jugendlichen aus eigener Erfahrung und hat dank seinem kulturellen Hintergrund auch keine Mühe mit Jugendlichen aus unterschiedlichsten Nationen in Gespräch zu kommen. Die weiteren drei Fachpersonen sind: Irène Estermann (Junkholz), Doris Durtschi (Halde) sowie Kathrin Mainka (Bünzmatt/Anglikon und Halde). Das Team stellte sich an einem Vortrag am 25. Oktober (organisiert vom Verein Schule und Elternhaus) persönlich vor und referierte anschliessend über eines der aktuellen Schwerpunktthemen „Mobbing“. Dieses Thema wird zurzeit auch mit den Klassen aufgegriffen und an Elternabenden zur Sprache gebracht.

Das Team der Schulsozialarbeit stellt klar, dass Mobbing überall stattfinden kann, wo sich Gruppen bilden: sei es in der Schule, am Arbeitsplatz oder neuerdings auch übers Internet. Dabei gibt es sehr unterschiedliche Formen. Mobbing kann durch körperliche Übergriffe ausgetragen  werden (z.B. schlagen, treten, Sachen verstecken/zerstören, schubsen). Aber auch psychische Ausgrenzung kann Mobbing sein (z.B. auslachen, beleidigen, ignorieren, bedrohen). Mobbing erkennt man daran, dass das Opfer über Monate hinweg fast täglich von mehreren Personen (Täter und Mitläufer) demütigend behandelt wird, so dass Hilfe von aussen nötig ist. Oft glauben die Opfer, sie seien selber schuld und wagen es nicht, Hilfe zu suchen. Dabei ist Unterstützung von aussen unumgänglich, um das Rollenverhalten zu durchbrechen. Die SchulsozialarbeiterInnen empfehlen Eltern von betroffenen Kindern entgegen der gängigen Praxis, nicht direkt mit den Mobbern oder deren Eltern zu sprechen. Eltern von mobbenden Kindern würden in der Regel einfach abwehren, und ein Gespräch mit dem mobbenden Kind verschlimmere die Situation für das Mobbingopfer oft – nach dem Motto: „Weichei, hast du dich bei Mama ausgeweint.“ Die Fachleute raten, das Gespräche mit der Lehrperson oder der Schulsozialarbeit zu suchen. Wichtig ist auch, dass Eltern sich Zeit nehmen, dem Kind zuzuhören, es ermutigen und gemeinsam nach Lösungen suchen.